Klimaschutz und Energiewende

Berichte zu den Schlagworten Klimaerwärmung, Gletscherrückgang, Erhöhung des Meeresspiegels, Treibhauseffekt schaffen es seit Jahren immer wieder in die Nachrichten. Spätestens seit der Weltklimakonferenz im japanischen Kyoto sind Klimaschutzmaßnahmen ein nicht mehr wegdenkbares Thema in der internationalen und nationalen, aber auch in der lokalen Politik und gesellschaftlichen Diskussion.Energiewende - Verbindliche Klimaschutzziele


Nach gegenwärtigem wissenschaftlichem Verständnis ist für den sog. Klimawandel sehr wahrscheinlich die Verstärkung des natürlichen Treibhauseffektes durch menschliches Einwirken ursächlich. Die menschengemachte Erwärmung entsteht durch Verbrennen fossiler Brennstoffe, durch weltumfassende Entwaldung sowie Land- und Viehwirtschaft. Dadurch wird das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) sowie weitere Treibhausgase wie Methan und Lachgas in der Erdatmosphäre angereichert, so dass weniger Wärmestrahlung von der Erdoberfläche in das Weltall abgestrahlt werden kann.


Seit einiger Zeit wird dieses ursprünglich rein ökologische Thema um ökonomische Gesichtspunkte erweitert. Die große Abhängigkeit der Industrienationen von fossilen Energieträgern, die steigenden Preise für Öl, Gas und Kohle aufgrund des schnell wachsenden Weltbedarfs, insb. in den sog. Schwellenländern, sowie verschiedene Transportprobleme führten zu einem ersten Umdenken. Spätestens seit der Reaktorkatastrophe in Fukushima und der im Anschluss beschlossenen Energiewende in Deutschland ist das Thema Klimaschutz und Energiewende in allen politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen weit oben in der Agenda angekommen.
Die Energiewende wird als Grundvoraussetzung für eine nachhaltige Energieversorgung (Strom, Wärme, Treibstoff) gesehen und soll neben den klimapolitischen Zielen vor allem auch die Abhängigkeit von (fossilen) Energieträgerimporten verringern. Im Beschluss der Bundesregierung vom 06.06.2011 sollen dies mit erneuerbaren Energien wie Windenergie, Biomasse (Bioenergie, einschließlich Deponiegas und Klärgas), Wasserkraft, Sonnenenergie (Solarthermie, Photovoltaik), Geothermie und Meeresenergie sowie anderen Maßnahmen wie Energiesparen (Wärmedämmung von Gebäuden, etc.) und Energieeffizienz (Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), intelligente Stromzähler, etc.) erreicht werden.


Im Mittelpunkt des ambitionierten Klimaschutzes steht somit als entscheidender Treiber der Umbau der Energieversorgung; er setzt wichtige Investitionssignale für Innovationen und technologischen Fortschritt. Deshalb wird die Bedeutung der im Energiekonzept vereinbarten Klimaschutzziele unterstrichen:Energiewende - Energiekonzept
  • Reduzieren der Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 %, bis 2030 um 55 %, bis 2040 um 70 % und bis 2050 um 80 % bis 95 % jeweils gegenüber 1990.
  • Steigerung des Anteils an der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch von heute 17 % auf 35 % bis 2020.
  • Senkung des Stromverbrauchs bis zum Jahr 2020 um 10 %.







Um diese Ziele zu erreichen, setzt die Bundesregierung auf vielfältige Förderung und Unterstützung in den unterschiedlichsten Bereichen, u. a.: 
  • Weiterschreibung der Gesetze zu erneuerbaren Energien.
  • Vergütung bei Windkraft, Wasserkraft und Geothermie.
  • Flexibilitätsprämien bei der bedarfsorientierten Stromerzeugung aus Biomasse.
  • Erhöhung der Netzintegration von Photovoltaikanlagen.
  • Regelung für stromintensive Unternehmen bei emissionsbedingten Strompreiserhöhungen.
  • Besondere Förderprogramme und Energieforschungsprogramme.
  • Förderung von intelligenten Energienetzen und Energiespeichern.
  • Förderungen im Bereich der Gebäudesanierung und -modernisierungen.
  • Förderung der e-Mobilität.

Dieser grobe Überblick zeigt, in welchem Rahmen sich nun der Landkreis Dachau bewegt. Im Kreistag wurden bereits 2008 folgende Ziele im energetischen Bereich für den Landkreis Dachau formuliert und verabschiedet:
  • Senkung des Primärenergieverbrauchs um 30 % bis 2020;
  • Senkung des Verbrauchs an elektrischer Energie um 10 % bis 2020;
  • Senkung der CO2 Emission um 40 % bis 2020;
  • Ausbau der erneuerbaren Energien um 40 % bis 2020.

Die vorgenannten Ziele können allein durch staatliche Maßnahmen nicht erreicht werden. Der Staat berät und motiviert die Bürgerinnen und Bürger. Er fördert auch eine Vielzahl von Maßnahmen. Ohne den Aufbau dezentraler
Strukturen und die Aktivierung privaten Investitionskapitals sind jedoch weder die Ziele des Klimaschutzes noch der Energiewende zu erreichen.
Energiewende - Anteil EE am Verbrauch

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